Reiseziele der Kategorie: Kunstwerk

Abnehmende Aussicht

51.587504, 7.739204

Fünf Laternen mit Überwachungskameras beleuchten – einem Planungsfehler gleich – die sehr gerade verlaufende Rexe und werfen Fragen und Vermutungen auf. Im Jahr 2010 zeichnete eine reale Kamera den Blick von der Brücke auf die surreale Szenerie auf. Bogomir Ecker zeigte die Filme in 2010 als Live Stream vermischt mit komponierten Szenen im Internet. Die Installation mit realen Straßenlaternen und scheinbaren Überwachungskameras bildet eine Szenerie der behaupteten Beobachtung an einem ansonsten unbeachteten Bachabschnitt. Sie spielt mit Realität und Fiktion und lässt o•en, was in dieser Landschaft künstlich oder natürlich ist. Im Jahr 2017 baut der Künstler auch die roten Kameragehäuse ab. Zurück bleiben fünf absurd platzierte Laternen an einem ansonsten unbeachteten Bachabschnitt und werfen weiter Fragen und Vermutungen auf.

Here comes the rain again

51.586603,7.718453

Modellhäuser des 20. und 21. Jahrhunderts im Maßstab 1:10 komplettieren die neu gegrabene renaturierte Flusslandschaft der Seseke in Kamen Heeren-Werve und verleihen so Flusslauf, Mäander und möglichem Hochwasser eine neue Wahrnehmungsebene. Die skulpturale Setzung der Künstler Koebberling/Kaltwasser an der Seseke verarbeitet romantische Hausbauideale und exklusives Wohnen am Fluss gepaart mit der Möglichkeit von Naturkatastrophen.

Pixelröhre

51.586755, 7.644927

Die große verspiegelte Röhre des Künstlerduos Winter/Hörbelt rückt den Wandel der Seseke vom Abwasserkanal zum Fluss in den Fokus. Sie nimmt in ihrer Form Bezug auf das unterirdisch verlaufende Abwasser und auf das benachbarte Klärwerk als Endstation eines Kanalsystems. Gleichzeitig rahmt sie die Idylle der beiden sich treff•enden Gewässer Körne und Seseke. In der gerasterten Stahlhaut spiegeln sich Landschaft und Betrachter wie in einem „pixeligen“ Foto oder in einer neuen dekonstruierten Wirklichkeit. Die Röhre zeigt Reflektionen der sich wandelnden Natur und Landschaft in vielschichtigen Ebenen und Facetten.

JETZT und der Fluss

51.588840, 7.623026

Das Werk des Berliner Künstlers Christian Hasucha thematisiert Zeit und Veränderung in eindringlicher Form. Von Steingabionen gefasst, formen sich die Umrisse des Wortes „JETZT“ und lassen den Blick frei auf die langsam vorbei fließende Seseke und ihre stete landschaftliche Entwicklung. Obwohl das Wort „JETZT“ immer einen Zeitpunkt in der Gegenwart beschreibt, zeigt ein Blick durch die Skulptur, dass sich das JETZT gar nicht festhalten lässt. Was man sieht, ist immer eine Sequenz in einem Prozess der Veränderung.

Line of Beauty – Das fünfte Klärwerk

51.598359, 7.581679

Die geschwungene Kontur im Fluss der Künstlerin Sussane Lorenzzitiert die noch nicht begradigte Seseke vor 1920 und zeichnet ihren historischen Verlauf an genau diesem Ort nach. Wasserpflanzen reinigen das Flusswasser zusätzlich. Der Fahrradweg wiederholt den Schwung der Linie und wird so zum erlebbaren Zeichen für die Intervention im Fluss. Der Titel nimmt Bezug auf William Hogarth, der eine solche „Line of Beauty“ als Inbegri•ff natürlicher Schönheit definierte.

Landschaft im Fluss

51.602361, 7.580931

Der Schweizer Künstler inszeniert eine künstliche Insel als Landschaftsskulptur im neuen, weit gewordenen Flussbett. Mit der Auswahl der ungewöhnlichen Sumpfzypressen, die als uralte Baumart auch in den hiesigen Kohleschichten vorkommen, aber in
der natürlichen Landschaft fremd geworden sind, überhöht er den
Prozess der Neugestaltung einer Flusslandschaft und zeigt, dass
auch die Renaturierung eine vom Menschen gemachte Natur ist.

Hogarth’s Dream

51.603222, 7.562127

Die Wuppertaler Bildhauerin Diemut Schilling bezieht sich mit ihrer Installation "Hogarth's Dream" auf das Lebendige und Wesenhafte des Gewässers. Ihre geschwungene Sitzskulptur, ein Verweis auf das Konzept der„Line of beauty and grace“ des englischen Malers William Hogarth, ist meditativer Aufenthaltsraum am neuen Sesekeufer. Die Klanginstallation entstand im Zusammenwirken mit Anwohnern und Besuchern. Mit poetischen, dokumentarischen, biografischen und musikalischen Zitaten verweist sie auf die sich kontinuierlich wandelnde Beziehung des Menschen zur Schönheit und Natur.